Illumination zum "Sommerliches Maskenfest"
im Rosengarten und Lindensaal
des Ansbacher Hofgartens am 30. Juni 2007
Rokoko-Festspiele Ansbach
Neue Aktion bei den Rokokofestspielen
Lichtkunst im Hofgarten
Projektion auf Gärtnerhaus und Hunderte Kerzen
Ansbach (Ih) - Bei den Rokoko-Festspielen gibt es erstmals eine Lichtinstallation mit Projektoren, bunten Scheinwerfern und Kerzen zu erleben. Der Lichtkünstler und Gärtner Roger Beuchert aus Erlangen wird am heutigen Samstagabend die Wege im Hofgarten mit 500 Teelichtern und mehr als 50 Scheinwerfer zu ungewohntem Leuchten bringen und riesige Bilder auf das alte Gärtnerhaus im fuchsgarten projizieren. Bei der Rokoko-Vorstellung gestern Abend war bereits ein Teil der Lichtinstallation zu sehen, heute Abend kommen weitere Effekte dazu.

Roger Beuchert setzt mit seiner Lichtkunst das Werk seiner vor eineinhalb Jahren verstorbenen Frau fort. Die Malerin Hermia Szabo-Beuchert schuf bis 2005 vor allem im Erlanger Raum spektakuläre Licht-Kunstwerke, unter anderem beim Poetenfest und der Bergkirchweih in der Universitätsstadt.

Roger Beuchert arbeitet nun im Sinne seiner Frau weiter, was bedeutet, dass er bei den Rokokofestspielen ihre starkfarbigen Gemälde auf die Fassade des Gärtnerhäuschens wirft - mit einem Großbild mit sechs Kilowatt Leistung. "Insgesamt werden bei der Aktion 40 Kilowatt ausgeschöpft", so Beuchert.

In der Lindenallee werden die Bäume farbig angestrahlt und die Anordnung der Wege mit mehreren Hundert Teelichtern akzentuiert. Um den Brunnen herum huschen Licht-Ornamente über den Boden, so dass auch die Besucher, wenn der Lichtschein sie trifft, zur Projektionsfläche werden. "Lauflichter wie Meereswellen und Lichtballons für Farbspiele" sind zu sehen, "symmetrisch, nicht als kunterbuntes Durcheinander", wie Beuchert erklärt.

"Ich nehme die Formen der Architektur auf, die Strukturen der Bäume und spiele mit den Schatten", schilderte der Erlanger, als er gestern Nachmittag zusammen mit einem Techniker aus Berlin die Scheinwerfer platzierte und viele, viele Meter Kabel verlegte. "In der Nacht im Licht sieht man plötzlich Strukturen, die man tagsüber nicht bemerkt, weil sie sich in der Masse auflösen." Ein Ornament am Tor zum Beispiel könne, betont durch farbiges Licht, klar hervortreten und sichtbar werden, ebenso die "Geometrie der Wege", ihre Schnittpunkte und jene barocke Symmetrie.

Die projizierten Bilder seiner verstorbenen Frau passten hervorragend zu den Rokokospielen, ist Beuchert überzeugt: "Die Zeit der Rokoko war Leben pur - wie die Bilder meiner Frau, die ich durch meine Arbeit bekannt machen möchte."

Nach einer kleineren Version des Lichtspektakels gestern Abend ist die Aktion am heutigen Samstagabend nach Einbruch der Dunkelheit komplett zu erleben: im Fuchsgarten und im nordwestlichen Bereich des Hofgartens, der auch noch nach der Rokoko-Vorstellung illuminiert bleibt. In der "Grünen Nacht" am 21. Juli wird roger Beuchert mit seiner Lichtkunst ebenfalls mitwirken.

Fränkische Landeszeitung 30.06./01.07.2007