Lichtspektakel von Hermia Szabo-Beuchert
zum 250. Erlanger Bergkirchweih - Jubiläum
am 22. April 2005 - Bergkirchweihgelände
"Der Berg leuchtet"
Pressestimmen
Clevere Werkschau
"Der Berg leuchtet" als eine erstklassige Illumination

Mit solchen Menschenmassen — geschätzten 30 000 — hatte Hermia Szabo-Beuchert bei der Präsentation ihrer Lichtinstallation „Der Berg leuchtet“ nicht gerechnet. Völlig erschlagen stand die clownesk gekleidete Ungarin im Gedränge, während Manager Roger nach dem im Fußgängerstau stecken gebliebenen Techniker fahndete — wodurch sich die geplante Errichtung der bunten Wasserwand dann auch verzögerte.

Gemächliches Flanieren durch die romantisch illuminierte Baumallee zwischen den Kellern war dank des bier- und feierseligen Andrangs schlicht nicht möglich und die Dekomuster auf dem Weg sah man erst beim allerletzten Bummel nach Ende der zweistündigen Veranstaltung, als die Massen abgezogen waren.

Zum Glück lag der Schwerpunkt der Installationen jedoch auf Höhe der Kellerbühnen: Eine clevere Werkschau der in Marloffstein lebenden Malerin zog sich an Bäumen, Zäunen und Bierbänken entlang, durchleuchtete Zwischenräume und transformierte den Burgberg zum Bildgrund für ein Gesamtkunstwerk. Aquarelle leuchteten auf Leinwänden, Porträtkarikaturen zierten einen Biergarten und rotierende Kringel huschten durchs Gebüsch sowie über die Körper der Passanten hinweg.

Foto: Bernd Böhner

„Mehr Event!“

Einige kreischten lauthals nach „mehr Event!“, aber es handelte sich nun mal um eine locker über einzelne Bergstationen verteilte und zu erwandernde Kunstausstellung, von der Stadt in Auftrag gegeben und von der Kulturstiftung Erlangen subventioniert. Zehn Grad mehr hätten es schon sein dürfen für ein Open-Air: Doch Franken wie Siemensianer kennen keinen Schmerz — alle waren da, vom OB bis zum Kleinkind, das beim Anblick der am Himmel schwebenden Heliumballons weise krähte: „Papa, der Mond ist auch ein Lampion!“ Weitere Aahs und Oohs löste die fächerförmig ausgerichtete und mit wechselnden Diaprojektionen bebilderte Mega-Wasserwand auf Höhe des Riesenrades aus. 

Wasser mitgebracht

Unterhalb des Berggeländes stand unbeachtet ein Feuerwehrauto, von dem der ganze Zauber ausging. Mittels Schlauch wurden die herkömmlichen drei auf 13 Bar für eine veritable Wasserwand erhöht — solche Wasserwände dienen eigentlich dem Schutz von Nachbargebäuden in einem Brandfall.

Ebenso mittig wie ungünstig über dem „T“ platziert gab indes Willi Dentler mit seiner Band „Rain in the face“ ein solides Rockkonzert — das hauptsächlich en passant wahrgenommen wurde, weil die meisten erst nach rechts zur Wasserwand und dann nach links zum bewirtschafteten Entla’s Keller strebten . . .

Falls an diesem Tag halb medical valley ein wenig erkältet sein sollte: auch die zwölf Unikliniken müssen leben und bis zum „Berchanstich“ sind sicher alle wieder fit. 

Erlanger Nachrichten 25. April 2005, Natalie Bost

Ein anderes faszinierendes Gesicht des Bergs
Künstlerin Hermia Szabo-Beuchert tauchte Kirchweihgelände ins Licht
Erlangen. Ein Lichtspektakel der besonderen Art gab es im Vorfeld
der Erlanger Bergkirchweih. Die Künstlerin Hermia Szabo-Beuchert
packte am Freitag den Berg in ein Lichtgebilde.

Die Licht- und Bildillumination erstreckte sich über das gesamte
Bergkirchweihgelände. Das Gelände erhielt somit nach Einbruch
der Dunkelheit eine vollkommen neue visuelle Gestalt, welche den
Besucher ein ganz anderes und faszinierendes Gesicht „ihres Berges“
vermitteln sollte.

Die Besucher kommen die Bergstraße herauf und sehen die Bäume
rechts und links beim Altstädter Schießhaus von unten bestrahlt,
ebenso Richtung Entla’s Keller und Hartmann’s Keller, um die
Aktionsflächen optisch zu verbinden. Die denkmalgeschützten
Kellerhäuschen an den Bierkellern werden mit farbigen Projektionen
besonders hervorgehoben.

Auf dem Weg entlang der Keller werden Lichteffekte wie Spiralen
und weiße, sich drehende Kreise projiziert, aus den Besuchern werden
laufende Leinwände und somit die statischen Bilder lebendig. Das
alles schreibt  die Künstlerin in ihrer Projektbeschreibung.

Rain in the face

So faszinierten zwölf  Leinwände, auf denen Bilder aus der Serie „Portraits“
projiziert wurden. Auf der Bühne wurde die Serie „Dirigenten“ präsentiert,
während die Unplugged-Band „Rain In The Face“ live spielte. Hinter dem
Altstädter Schießhaus stiegen Ballons mit zwei Meter Durchmesser auf,
welche die Farbe wechselten und durch eine von hinten farbig beleuchtete
künstliche Wasserwand zu sehen waren.

Weitere Installationen begeisterten die zahlreichen Besucher und schnell
kam ein regelrechtes „Bergfeeling“ auf. Die Aktionen fanden zeitlich
aufeinander statt und so bewegte sich ein Strom von Menschen von der
einen auf die andere Bergseite. Der größte Unterschied bestand allerdings
darin, dass es relativ ruhig war, im Gegensatz zur Kerwa konnten die Besucher
sich unterhalten. Die Bewertung fiel nicht zuletzt deswegen sehr positiv aus.

Fotos: Michael Busch

Fränkischer Tag 25. April 2005, Michael Busch