HÖCHSTADT Anita Kopp war richtig happy. Schließlich ist es ihr endlich gelungen, im wahrsten Sinn des Wortes das „Sahnehäubchen“ für die große Höchstadter Kulturnacht am 1. Oktober zu finden. „Sahnehäubchen“ so heißt nämlich ein Projekt der Marloffsteiner Künstlerin Hermia Szabo-Beuchert, bei dem sie eigene Kunstwerke großflächig auf Gebäude projiziert.
Hermia Szabo-Beuchert hat sich im Großraum mit solchen Aktionen schon einen Namen gemacht, hat beispielsweise dem Erlanger Schloss mit bunten Farben ihr „Sahnehäubchen“ aufgesetzt und erst jüngst den „Berch“ in farbiges Licht getaucht. Und jetzt ist das Höchstadter Schloss dran. In der Nacht zum zweiten Oktober werden im Schlosshof die Wände des ehrwürdigen Gebäudes in bunten Farben erstrahlen. „Das wird einfach spektakulär aussehen“ freut sich Anita Kopp schon jetzt.“
Genaue Vorstellungen
Die Lichtaktion der Marloffsteinerin mag zwar das „Sahnehäubchen“ der Kulturnacht sein, der einzige „Top-Act“ ist es sicher nicht, denn als sich am Donnerstag die Beteiligten an dem Kulturspektakel zu einem Koordinationsgespräch trafen, hatten die meisten schon ziemlich genaue Vorstellungen von dem, was sie am 1. Oktober bieten wollen.
Beim Lions-Club zum Beispiel hat die anfängliche „Schnapsidee“, das Kommunbrauhaus in Stile Christos zu verhüllen, bereits Früchte getragen. In der Realschule, die sich die Lions zum Partner gewählt haben, werden bereits Stoffbahnen bemalt, die, von Sponsoren gekauft, den Sitzungssaal verhüllen sollen. Auch erste Kunstwerke zur Versteigerung sind bereits eingetroffen. Den Reinerlös der Aktion wollen die Lions dann der „Hilfe für Kottar“ zur Verfügung stellen.
Konkrete Formen hat auch schon der Beitrag des Heimatmuseums angenommen. In Zusammenarbeit mit dem Gymnasium soll eine Filmshow über das Kulturleben im „Gymi“ gezeigt werden, wird eine Theatertruppe Szenen aus dem Leben in Höchstadt zeigen und ein Ensemble Madrigale aus der Renaissance singen.
Sie werden sich mit den Musketieren abstimmen müssen, denn gleich nebenan wird der Höchstadter Verein den Schlossberg in ein mittelalterliches Heerlager verwandeln. „Das wird manchmal ganz schön laut“, kündigt Peter Lorz schon jetzt an.
Laut könnte es auch beim Spixmuseum werden. Der Verein will brasilianische Musik bieten, nicht nur aus der Konserve, sondern auch aus den Trommeln der Herzogenauracher Samba-Truppe.
Musik, und zwar irische, will der Castlebar-Verein beisteuern, die Sparkasse plant Improvisations-Theater, im Schloss und im Turm sind Kunstausstellungen, und in den beiden Kirchen wird es ebenfalls Kunst und Musik geben. Nicht so laut, aber mindestens genauso schön.
Das Korsett der „langen Nacht“ steht. Jetzt, so sagt die Organisatorin, geht es an die Feinabstimmung.
JOCHEN GRILLENBERGER
11.06.2005
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, HERZOGENAURACH, HÖCHSTADT
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